„Vakuumtechnik ist nicht immer die beste Lösung“

„Unser Markt ist ein richtiger Nischenmarkt. Man denkt nicht sofort an Magnetismus als Alternative zur Vakuumtechnik.“ Erik Nabben ist Technisch Spezialist Magnetic Handling bei Goudsmit Magnetics und von seiner Arbeit begeistert. Und über Magnete: „Ich finde es toll Probleme von Kunden anzufassen, die nur schwierig auf andere Art und Weise gelöst werden können. Zum Beispiel, wenn sie Produkte aufnehmen müssen, die nur schwer mit einem Haken oder einer Kette anzuheben sind oder dann wenn es schnell gehen muss. Wenn wir dafür dann eine magnetische Lösung finden, habe ich ein gutes Gefühl.“ Ein Interview über Magnete.

 

 

Magnete und Vakuumtechnik: eine Abwägung

„Vakuumtechnik ist eigentlich verhältnismäßig teuer, sie benötigen viel Energie. Unsere Permanentmagnete werden pneumatisch bedient und benötigen lediglich einen Luftimpuls. Danach bleiben Sie eingeschaltet und es ist keine Energie mehr erforderlich. Das ist auch sicherer: Das Produkt fällt bei einem Stromausfall nicht herunter. Bei Vakuumtechnik müssen Sie mit einem Backup-System arbeiten, sodass das Produkt bei einem Ausfall nicht vom Greifer fällt.“ 


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Wartungsfrei

„Bei Vakuumtechnik muss der Saugnapf sehr gut am Material anschließen, bei Magneten darf durchaus eine sogenannten „Airgap“ bestehen. Wenn man trotzdem einen Saugnapf verwendet, verwendet man häufig auch einen Magnetgreifer. Das sind überzeugende Gründe? „Die Gesamtbetriebskosten liegen bei Vakuumtechnik ebenfalls höher: Energie, Pumpe usw. Der Verschleiß eines Saugnapfs ist ebenfalls beachtlich: Der Saugnapf hält etwa vier Monate, während unser Magnetgreifer wartungsfrei ist. In der Anschaffung ist er jedoch etwas teurer, aber langfristig macht er sich bezahlt.“

„Der große Nachteil eines Magneten ist natürlich, dass das Produkt aus Stahl bestehen muss. Aber es sind auch Kombinationen möglich, wobei Vakuumtechnik für Aluminiumplatten und ein Magnet für Stahl eingesetzt wird.“

Magnetgreifer

Magnetgreifer in der Praxis

„Unsere Magnetlösung wird vor allem bei leichtem Blechmaterial eingesetzt, zum Beispiel in der Automotive Branche. Ein großer Teil der Automobilhersteller verwendet unseren Greifer: Opel, Daimler und Renault zum Beispiel. Renault verfügt sogar über eine Reihe von Spezialanfertigungen auf Basis unseres Greifers. Wir haben ihnen eine Lösung für etwas angeboten, wo sie zuerst mit zwei Systemen arbeiten mussten. Wir haben für sie eine Kombination in einem System hergestellt, maßgefertigt.“



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„Ich bin offizieller Technisch Spezialist bei Goudsmit im Bereich Handling und Transport. Und gemeinsam mit dem Innendienst Ansprechpartner bei Fragen über Handling und Transport. Außer wenn wir in einem Land bereits eine Niederlassung haben. Dann bin ich der Ansprechpartner, wenn sie nicht mehr weiterkommen. Das schwierige an Magnetismus ist, dass viele Unternehmen nicht verstehen, dass es eine gute Lösung für sie sein kann. Ich sehe es als meine Aufgabe ihnen das zu erklären und die Möglichkeiten aufzuzeigen.“


 

 

Erik Nabben